INSOMNIA BRASS BAND

Late Night Kitchen

14,90 

TMR 009 - CD / Digipak

INSOMNIA BRASS BAND
Late Night Kitchen

Anke Lucks – Posaune
Almut Schlichting – Baritonsaxophon
Christian Marien – Schlagzeug

01 – Beach Bar Before Breakfast / Wiegenlied (5:29)
02 – Ssst (3:32)
03 – Fitting Clothes (6:50)
04 – Gingerbread Resistance Song (6:05)
05 – Nein – Doch (4:06)
06 – Rimdir (4:34)
07 – African Birdsong (4:00)
08 – In My Name (2:26)
09 – Alles OK? (4:55)

total time: 42:38

compositions by:
 Almut Schlichting: 01 (Beach Bar), 04, 07
and
 Anke Lucks: 01 (Wiegenlied), 02, 03, 05, 06, 08, 09

recorded January 2020 by Guy Sternberg at Lowswing Recording Studio, Berlin
mixed and mastered by Guy Sternberg
photography by Anke Lucks
design by Kurz Gestaltung, Berlin
produced by Insomnia Brass Band

© and ℗ 2020 Tiger Moon Records, TMR 009
The recording of this music was supported by the Berlin Senate Cultural Affairs Department

LC – 37384

CD / Digipack

Release Date: November 27, 2020

INSOMNIA BRASS BAND

Anke Lucks – Posaune
Almut Schlichting – Baritonsaxophon
Christian Marien – Schlagzeug

Die Posaunistin Anke Lucks, die Baritonsaxophonistin Almut Schlichting und der Schlagzeuger Christian Marien sind die Miniatur-Ausgabe einer Brass Band: Ihre kompakte Größe transzendieren sie mit einem rauen, überschäumenden Sound, den man von einem viel größeren Ensemble erwarten würde.

Seit der Gründung 2017 hat das Trio eine eigene Spielweise entwickelt und katapultiert verzahnte Elemente hin und her, unwiderstehlich und unaufhaltsam polyphon. Mit atemberauben-der Energie stürmt die Band auseinander und kommt wieder zusammen.

Die Musiker*innen jonglieren mit wechselnden Rollen zwischen Rhythmus und Melodie und durchqueren so eine betörende Landschaft aus Free Jazz, Funk, Punkrock und New Orleans Brass Band. Immer, bei jedem Song, ist die Band in Bewegung. Sie spielt quecksilbrige Harmonien, setzt spontane Akzente, lässt melodische Erwartungen zusammenkrachen und generell die Wände wackeln. Und während die Musiker*innen mit allen Wassern der Technik und Tradition gewaschen sind, bremsen ihre verwegenen Ideen niemals ihre Feierlaune.

Peter Margasak

© Alexander Beierbach

Jazzthetik – November 2020 – Hans-Jürgen Schaal über „Late Night Kitchen“

Weil mich Jazz manchmal langweilt, begeistert mich die Insomnia Brass Band umso mehr. Eine Brassband, das war früher mal ein „dreckiges Dutzend“. Später kam dann das Pocket-Format, die Dylan-Tribute-Brassband Absolutely Sweet Marie zum Beispiel spielt im Quartett. Auf dem gleichen Label meldet sich jetzt die noch kompaktere Insomnia Brass Band – das sind Anke Lucks an der Posaune und Almut Schlichting am Baritonsax, dazu Christian Marien am Schlagzeug, sonst nichts und niemand. Es ist ein Rumpf- und Spaßbesetzung, da ist nichts harmonisch gepolstert, wird nichts aufgehübscht. Die beiden Bläserinnen und der eine Trommler toben in erdigen Grooves, es wird polyphon improvisiert, es werden boppig zerissene Themen geblasen, das swingt und stompt wie entfesselt, das Saxofon spielt brummige Riffs, die Posaune macht lustige Vokalsounds – wer hätte gedacht, dass eine so reduzierte Besetzung eine solche Vielfalt an Formen und Rhythmen hervorbringen kann! Handfest geht es zu, ungekünstelt, es ist ein Riesenspaß, man möchte Pogo dazu tanzen. Bitte mehr davon!

Bad Alchemy – September 2020 – Rigobert Dittmann über „Late Night Kitchen“

Gegen Schlaflosigkeit hilft – manchmal – was essen. Aber was da nach Mitternacht als Spaghetti al nero die seppia serviert wird, ist Tapesalat, an dem man sich die Zähne ausbeißt. Allerdings nur optisch. Denn akustisch bieten Anke Lucks, Almut Schlichting und Christian Marien mit Posaune, Baritonsax und Drums durchaus Appetitliches…. Posaune und Bariton stiften mit dicken Backen zu Geschwofe an, dralle Babes schieben zu pushendem Stakkato ihre Sugardaddies umeinander, Widerstand ist zwecklos. Marien baby-doddst, klopft Hmtata-Beats und lässt sie zerfließen für smoothen Swing. Nein? Da lachen doch die Hühner, jedem Nein kontert ein melodieselig in die Hörner stoßendes Doch!, das schwerer wiegt. In wessen Namen? Dem einer lauthals krähenden, calypsomanischen Lebenslust in XXL. Alles OK? Allet in Budda, mia is bloß ne Naht jeplatzt.

Salt Peanuts Blog – November 2020 – Eyal Hareuveni über „Late Night Kitchen“

The Insomnia Brass Band is a powerful trio, always in constant motion and always juggling with quicksilver harmonies, spontaneous accents, melodic conceits, and infectious grooves, delivered with unstoppable joy and with a sharp sense of humor that brings to mind the American quartet Sex Mob led by trumpeter Steven Bernstein.

Jazzpodium – November 2020 – Stephan Richter über „Late Night Kitchen“

Ein Trio aus Baritonsaxophon, Posaune und Schlagzeug: da fürchtet man das Zerebrale und landet – selbst als Bewegungsagnostiker – glücklich beim schwingenden Tanzbein….
(Die MusikerInnen) schaffen es tatsächlich, aus einer Minimalbesetzung das Maximum herauszuholen und an die großen New Orleans Brass Bands zu erinnern. Es ist verblüffend, mit welcher Vielfalt und Schnelligkeit sie von der Begleit- zur Solistenfunktion wechseln und wie sehr sie dabei manchmal vergessen lassen, wie intelligent und handwerklich präzise die Musik gearbeitet ist.

JazzThing – November 2020 – Martin Laurentius über „Late Night Kitchen“

Die drei Berliner/-innen Almut Schlichting (Baritonsaxofon), Anke Lucks (Posaune) und Christian Marien (Drums) haben für ihre Insomnia Brass Band die Vielstimmigkeit der Originale auf drei reduziert, um sich eine größtmögliche Flexibilität zu bewahren und ad hoc zwischen der Historie mit ihren typischen Second-Line-Grooves beispielweise und der freitonalen Linienführung einer zeitgenössischen Improvisationsmusik zu changieren.
Das führt auf „Late Night Kitchen“ zu scharfen Kontrasten und dramaturgischen Brüchen in der gestalterischen Dramaturgie der ….. Originalstücke, steigert aber dadurch die Spannung ins Unermessliche und führt in ein ausufernd-energetisches Wechselspiel der thematischen Motive und rhythmischen Patterns mit silbrig schallenden Intervallen, kristallinen Themen und mäandernden Solochorussen der beiden Blech- und Holzbläserinnen.

FAZ – Oktober 2020 – Konzertkritik von Norbert Krampf

Alle drei gehen mit Verve und Energie zur Sache!

Concerto – November 2020 – Review „Late Night Kitchen“

Die beiden Bläserinnen verzahnen sich im melodiösen Miteinander, der Drummer setzt, durchaus gleichberechtigt, Akzente oder treibt das Spiel jazzig voran. Das ist Jazz der freieren Art, so etwas lohnt das Zuhören…

Sonic – November 2020 – Ulrich Steinmetzger über „Late Night Kitchen“

Die Musik der Insomnia Brass Band ist hintergründig, voluminös, rau und wie ein Versprechen von etwas Größerem. Sie wendet sich an die Beine und an den Kopf, macht als Miniaturausgabe ein paar Schritte zurück, um voranzukommen. Und vor allem macht sie Lust auf mehr…

Hifi&Records – Januar 2021 – Hans-Dieter Grünefeld über „Late Night Kitchen“

Ist dabei gelegentlich New-Orleans-Polyphonie wirksam, so konkurrieren Hardbop-und Free-Elemente durch geklöppelte Drum-Figuren darum, wie „Fitting Clothes“ anzuziehen wären. Sogar ein heftiger Two-Beat-Disput „Nein-Doch“ ist möglich. Einig ist man sich trotzdem beim nostalgischen Unisono-Motiv zum „Gingerbread Resistance Song“ (…) optimale Kommunikation, dichte Interaktionen (…)

Jazzhalo Online Magazin – Dezember 2020 – Ferdinand Dupuis-Panther über „Late Night Kitchen“

Hereinspaziert in die „Beach Bar“ zum Frühstück – das ist die musikalische Aufforderung zu Beginn des Albums, der von einem starken Dialog der beiden Bläserinnen dominiert wird. Da schnurrt die Baritonsaxofonistin in den Tiefen ihres Instruments, formt eine wiederkehrende Basslinie, über die die Posaunistin bewegte Klangwellen ausbreitet. „Beach Bar Before Breakfast“ geht im Übrigen nahtlos in „Wiegenlied“ über. Zuvor jedoch ist noch ein fulminantes Schlagwerksolo zu hören (…)
„African Birdsong“ verzichtet auf eingespielte Vogelstimmen und brilliert mit einem Rhythmus, den man ansonsten nur von Street Marching Bands kennt. Dumpfe Trommelwirbel – man denke an einen Workshop afrikanisches Trommeln – begleiten die schnurrende Saxofonstimme, die nicht nur in der Tieftönigkeit verharrt. Und ab geht die Post mit tropischem Klangfieber im Geiste von Fela Kuti. (…)